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Diverse Ausrüstungsgegenstände
von Siano am 30.08.2012 16:29Die Typenvielfalt der römischen Masken, sei es im Kampf oder
im sportlichem Spiel, ist einfach überragend....
Gesichtsmaske im griechischen Stil aus einer Paraderüstung.
Ein Stirnschutz für ein Roß bestehend aus drei Teilen. Hauptmotiv
ist eine Herkulesdarstellung in der Mitte. Es gibt vielfälltige Formen
der Roßstirnen wie z.B. eine einfache Form mit durchbrochenen
Augenschutzkörben oder auch einen Schutz mit 40cm hohen
Seitenteilen, aufwendig verziert.
Die Vorderseite eines Streitwagens, sie stammt aus der Zeit um
550 vor Christi Geburt. Das Motiv der Frontplatte stellt mit
ziemlicher Sicherheit die Übergabe von Waffen an Achilleus dar,
die Hephaistos für diesen geschaffen hatte. Ein in jüngster Zeit
in Ischia di Castro, Latium, gefundener ähnlicher Wagen ist eben-
falls mit den beiden Jünglingsfiguren verziert.
Das Frontstück ist Teil eines Prunkwagens, besteht aus Bronze mit
einer Höhe von 84,5 cm. Gefunden in Monteleone, nahe Spoleto.
Heute zu sehen im Metropolitan Museum of Art, N.Y.
Ein Schild aus dem frühen 8. Jahrhundert vor Christus. Ein Fundstück
aus der Nähe des Bolsener Sees bei Bisenzio. Der Schild besteht aus
Bronze und hat einen Durchmesser von 65cm.
Gesichtsmaske aus einer Paraderüstung in Form einer orientalisierten
Maske. Es wurde als Gegenpart bei Reiterspielen gerne diese
"Frauenmaske" genommen. Durchbrochene Augen, Mundhöhle
und Nase erleichterten das Atmen des Trägers. Die Innenseiten
der Masken wurden mit Filz, Leder oder Stoffmaterial ausgestattet.
Maske ,gefunden als Grabbeigabe......
Phalera (Auszeichnung) mit einer Hundedarstellung aus Oberaden.
Ein Schildbuckel mit der Büste der Victoria und drei Befestigungspunkten.
Militärgürtel.
Die beiden römischen Schildbuckel zeigten klar, dass die Umbos
typenreicher waren, als wie es die moderne Militärarchäologie wahr
haben will. ( Oder vorstellen kann). Die obigen Buckel mögen
vieleicht nicht in Kampfeinsätzen benutzt worden sein, aber ich
denke zu Paraden etc. werden sie die Prunkschilde aufgewertet
haben.
Bronzener Schildbuckel mit der am Rande eingepuntzten Inschrift:
AEL(ius) AELIANVS. Der Schildbuckel hat eine Höhe von 6,1 cm,
einen Durchmesser von 19,5 cm und zeigt Blessuren des Kampfes.
Ein Moorfund und Kriegsbeuteopfer.
Rekonstruktion einer Bronzestandarte vom Typ Flobecq mit vier Löwen
im Sprung, vier doppelseitigen Löwenköpfen und vier Delphinen.
Maße: Länge 34,5 cm und die Breite beträgt 30 cm. Eine römische
Kultstandarte. Die Standarte ist in Privatbesitz.
Eine aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts n.Chr.
stammende Beneficiarierlanzenspitze. Der Fahnen-
halter ist 37,6 cm lang und mit zweigeteiltem Schlitz
in diagonaler Form versehen.
Abb. Kellner 1976 Limes Bayern.
Rundgebogenes Metallblasinstrument, wie es in der Legion und bei
Festumzügen benutzt wurde: Das Cornu. Hatte übrigens 17 Töne
und war gut bespielbar. Hatte einmal die möglichkeit dieses Instrument
von einem Musiklehrer testen zu lassen. Seine Meinung: "Gut zu spielen,
etwas schwerer vieleicht, d.h. man muß etwas stärker blasen, aber sonst
kein schlechter Klang." Ich fand die "Melodie", die der Experte darauf
geblasen hatte, angenehm.
Siano
Original liegt im Museum von Neapel.
Rekonstruierter Limesturm
von Siano am 30.08.2012 16:24Eine gelungene Rekonstruktion eines Wachturmes.
Idealrekonstruktion eines römischen Grenzwachturmes während des
2. Jahrhunderts n.Chr. z.B. am obergermanischen Limes. Die Legionäre
bauten nicht nur diese Holztürme; sondern auch Kastellbäder, Kanäle,
Brücken, Straßen etc. unter der Leitung erfahrener Militärarchitekten.
Beispiele aus der römischen Welt sind in großer Zahl vorhanden.
Rekonstruiertes Tor eines römischen Legionslagers.
Östlich von Rainau-Buch sieht man noch sehr gut die Grundmauern
des Wachturmes, sowie den Limesverlauf. Die Rekonstruktion des
Wachturmes und der "Teufelsmauer" erfolgte durch Nachbau aus
Holz. Siehe Turm und Palisade im oberen Teil des Fotos.
Speere, Schwerter und Dolche
von Siano am 30.08.2012 16:18Originalabbildungen von gefundenen Handwaffen.
Ein damaszierter Eisendolch mit Einlagen aus Silber, Messing und
Niello. Der Griff ist mehrlagig aufgebaut. Auf der Rückseite des
Heftes sind Reste einer punzierten Besitzerinschrift LTV?
Gladius mit Griff in Silber. Klinge in Eisen.
Gladiusscheide mit durchbrochenen Beschlagblechen, Scheide aus
Leder. Die Darstellungen auf den Beschlagblechen stellen ein
schreitenden Soldat dar sowie Victoria, die einen an einer Palme
hängenden Schild beschreibt. Scheide stammt aus der Sammlung
von Axel Guttmann, Berlin.
Ein emaillierter und niellierter Eisenpugio mit Hakenkreuzmotiv und
einer Länge von 32,3 cm.
Drei Dolche aus Eisen gefunden in der frühkaiserzeitlichen Siedlung
auf dem Auerberg bei Bernbeuren, LkR. Weilheim-Schongau:
Der linke Dolch ist 37 cm lang und steckte in einer silbertauschierten
Scheide mit Emaileinlagen. Der rechte Dolch steckt in einer Scheide
mit rosettenförmigen Emaileinlagen und ist 37 cm lang. Der mittlere
Dolch ist ein schlanker Eisendolch mit einer silber-und messing-
tauschierten Dolchscheide und 29 cm lang.
Pugio Ende 1. Jahrhundert v.Chr. bis Anfang 1. Jahrhundert n.Chr.
Fundort Oberammergau, Garmisch-Partenkirchen. Der silbertauschierte
Dolch stammt aus der Werkstatt des Caius Antonius. Die Meisterinschrift
steht auf der Rückseite der Parierstange: C(aius) ANTONIVS FECIT.
Von diesem Pugio gibt es eine gute Museumskopie, nicht gerade
"billig" im Preis, aber ich finde die Machart und Ausführung rechtfertigt
die Summe. Setze noch ein Foto der Kopie in den nächsten Tagen nach.
Scheide und...
Pugio in Museumsqualität. Nach einem Modell aus dem 1. Jahrhundert
v. Chr. bis 1. Jahrhundert nach Christi. Fundort: Siehe oben.....
Heft im Detail. Eine wirklich gelungene Kopie des Pugios.
Adlerknaufschwert einer Kaiserstatue aus Bronze.
Teile einer überlebensgroßen Kaiserstatue, gefunden im so genannten
Limestor, einem repräsentativen Durchlaß in der raetischen Mauer bei
Dalkingen. Links oben ist ein Fragment des Brustpanzers zu sehen.
Rechts im Bild der bronzene Schwertgriff mit einem Adlerknauf.
Länge immer noch 27 cm.
Oberes Scheidenblech vom "Schwert des Tiberius." Motiv: Der Kaiser
Tiberius erhält gerade die Siegesnachricht des Gemanicus.....
Eine Fahnenspitze aus Eisen datiert erste Hälfte 3. Jahrhunderts n.Chr.
Höhe 33,1 cm. Die Motive stellen Mars und Victoria dar und sind mit
Kupferdraht eingelegt/gehämmert.
Fundort: Eining, Lkr. Kelheim.
Diese römischen Pfeilspitzen wurden auf einem Opferplatz in
Döttenbichl/Oberammergau gefunden. Überwiegend "Dreieckspitzen".
Parazoniumdolch, der Vorläufer des römischen Pugios
Parma: Beispiel von Motiven einer Schildbemalung.
Reihe wird fortgesetzt.
Helme
von Siano am 30.08.2012 16:10
Helm Typ Weisenau aus der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr.
Gefunden in der Schweiz, Kanton Aargau, im Bereich von
Kasernenbauten von Windisch- Vindonissa. Der Helm ist komplett
erhalten, die Verzierungen sind gut zu erkennen, sowie der intakte
Cristahalter, wo bei bedarf, in der Schlacht oder Parade etc. eine
Crista (Rosshaarbusch oder Federbusch) eingesetzt werden konnte.
Der Helm besteht aus Eisen.
Helm der Legionäre Typ Weisenau/Niedermörmter spätes 2./ Anfang
3. Jahrhunderts nach Chr. aus der Sammlung Guttmann, Berlin.
Material: Eisen. Auf der Kalotte sind zwei Mäuse zu erkennen.
Draufsicht...
Nackenschirmansicht....
Infanteriehelm aus Eisen vom Typ Weisenau aus der Sammlung
Guttmann, Berlin. Der Helm ist mit Messingbeschlägen versehen
und hat die Maße: Höhe 12,3 cm und die Kalotte ist
20,7 cm X 18 cm.
Modell stammt aus der Mitte des 1.Jahrhunderts n. Chr.
Der Fundort ist unbekannt.
Lit.: Junkelmann 1999 Kat.AG 503
Reiterhelm vom Typ Weiler. Der Prunkhelm besteht aus Eisen und
ist mit einer Silberfolie überzogen. Verziert mit einem vergoldeten
Olivenkranz und einem Stirnmedaillon, das evtl. die Büste des
Kaisers Claudius darstellt. Eroten mit ihrer Jagdtbeute, hier ein
Hirsch und ein Keiler, lassen den Helm noch prächtiger erscheinen
als wie er schon ist. Der vergoldete Olivenkranz läßt auf eine
militärische hohe Auszeichnung des Besitzers schließen. Zu finden
im rheinischen Landesmuseum Bonn. Inventar-Nr. 86.0070.
Dazu möchte ich noch sagen: "Das rheinische Landesmuseum
Bonn ist immer ein Besuch wert." Schaut im Internet nach Aktionen
des Museums.....
Siano
Helm einer Übergangsform zwischen Typ Port, keltisch, und dem
römischen Typ Weisenau. Einsatz unter Augustus im Rhein-Main-Gebiet
getragen von Hilfstruppen. Material: Bronze.
Helm Typ Hagenau aus der der Prähist.Staatsslg. mit drei Inschriften:
Zwei Besitzerinschriften mit den Namen Publius Aurelius, sowie der
Name des Marcus Munatius. Die dritte Inschrift benennt die
16. Legion Gallica 41/40 v. Chr. - 70 n.Chr. Material: Bronze
Helmtyp "Mannheim" gefunden in der Donau / Straubing. Getragen
wurden diese Helme zur Zeit Caesars bei der Eroberung Galliens in
der Mitte des Mitte 1.Jahrhundert v.Chr.
Römischer Reiter-Paradehelm in attischer Form. Ein Meisterwerk der
Helmbaukunst.
Dieser Bronzehelm trug höchstwahrscheinlich ein römischer Legionär
in der Zeit der Feldzüge Caesars gegen die Gallier. Vorliegender
Helm wurde bei Mannheim im Rhein gefunden. Datiert aus dem
1. Jahrhundert v. Chr.
Die nachstehenden Bilder zeigen einen unverzierten Bronzehelm
vom Typ Niederbieber, Var.I. Der Helm hat einen kreuzförmigen
Kalottenbügel und eine Beschädigung durch einen Hieb in antiker
Zeit.
Hiebspur gut zu sehen.....
Auf der Innenseite des Helmschirms und am oberen Ansatz des
Nackenschirms sind jeweils Schlagmarken mit Zahlenangabe.
Hier die Zahl XXXII. Der Helm ist in Privatbesitz.
Vollständige Helme sind sehr selten. Fragmente der Kalottenbügel
werden schon häufiger gefunden, da diese massiv gegossen wurden.
Gardehelm aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts n.Chr. für hohe
Offiziere und berittenen Gardetruppen (equites stablesiani). Diese
Eisenhelme waren mit einem vergoldeten Silberblechüberzug versehen
und bestanden aus zwei Teilen. Zu sehen im Germ. Nationalmus.
Nürnberg, bzw. Prähist. Staatsslg. (K).
Bronzener Reiterhelm vom Typ Weiler mit Einhieben auf Scheitelblech
und Stirnband. Arch. Landesmus. Schleswig.
Foto zeigt eine Spangenkappe in Silber,. Höhe 13,4 cm und der
Durchmesser beträgt 19,3 cm. Moorfund und Kriegsbeuteopfer.
Der Hersteller dieses Helmtyps war unbestritten ein Meister
seines Faches.
Der Besuch im Römermuseum aus der Sicht von Octavian
von Siano am 30.08.2012 14:02Nachstehende Bilder stammen vom letzten Besuch des Römermuseums
in Haltern aus der Sicht von Octavian. Octavian und ich hatten aus
verschiedenen Winkeln die Motive aufgenommen. Weil er selber ein
mehr wie guter Modellbauer ist und dies auch in seiner Werkstatt
auslebt, wurde der Schwerpunkt von Octavian auf andere Ausstellungs-
stücke gelegt, zum Beispiel auf die schönen Modelle des Vereins der
Freunde und Förderer des Römermuseums Haltern, (arw-Modellbau)
gebaut im Maßstab 1 : 33.
Römerlager Haltern: Reiterei kehrt in Hauptlager zurück.
Legionäre rücken aus....
Kohorten im Marsch....
Gefundene Tonwaren....
Adleröllampe aus Bronze.
Eine Vielfalt von Krügen.....
Münzschatz, etwa der Jahreslohn eines Legionärs.....
Pera oder Luculus, eine Tasche aus Leder für den persönlichen Besitz
eines Soldaten.
Rückseite mit Mantelsack und Geschirr.....
Ein Hügelgrab wird mit floralen Motiven bemalt.
Der "Chef" gibt Anweisungen.......
Bau einer Legionärsunterkunft.
dito.
Linke Seite der Unterkunft ist schon fertig gedeckt......
Modell einer Töpferei.
Brennöfen/Gruben
Abtransport der fertigen Tonwaren...
Auch für unsere kleinen Gäste bot das Museum kurzweil.....
In einer "Spielecke" konnten Legionäre zusammen gebaut werden.
Fotos: Octavian
Lorica Musculata
von Siano am 30.08.2012 12:33Gab es sie oder gab es sie nicht - die Musculata in Leder? Neueste
Funde in Bodenbach belegen, es gab sie doch !!! Die nachstehenden
Bilder "beweisen" dieses...
Viel Spaß beim betrachten.
Ein Unikat in Leder, Stoff und Bronze.....
Egal wie man(n) dazu steht....
Ich freue mich schon darauf....
diese Rüstung einmal zu tragen.
Die"Mantelaufhängung" ist hier gut im Detail zu erkennen.
Seitenansicht der Musculata mit Blick auf den neu gestalteten Gladius
mit Scheide im grünen Antikleder. Ein passender Rundschild ist in
Arbeit und dürfte auch ein Blickfang werden. (Wird nach Fertigstellung
ins Forum gestellt).
Meine neue Parma.......
eine gelungene Komposition zwischen Rüstung und Schutzwaffe.
Petra hatte mit mir wieder viel Arbeit: Stoffe und Farben auswählen,
zuschneiden und nähen etc. Ohne sie könnte ich das alles nicht so
schnell schaffen. Hier an dieser Stelle auch mal ein Danke ....
Siano
Re: Jede Münze hat ihre Geschichte
von Siano am 10.08.2012 23:23Salve,Pompeius Magnus,
eine Interessante römische Münzgeschichte und gut beschrieben.
Habe daraus auch etwas lernen können. S.C. z.B.
Danke und weiter so......
Siano, Freund des P.M.
Jede Münze hat ihre Geschichte
von Pompeius_Magnus am 09.08.2012 17:25Vor einigen Monaten erhielt ich von einem Freund einige antike
römische Münzen. Ich freute mich unwahrscheinlich - wann hat
man schon mal die Gelegenheit, Artefakte aus dieser Zeit, die so
faszinierend ist, in den eigenen Händen zu halten.
Bei jedem Betrachten und Fühlen der schönen Stücke wuchs das
Interesse herauszufinden, wer die Köpfe auf den Münzen sind und
sie somit zeitlich bestimmen zu können. Man sieht im Fernsehen ein
römisches Bauwerk und weiss sofort, dass es sich zum Beispiel um das
Kolosseum handelt. Mit den Köpfen auf den Münzen verhält es sich
anders, ich musste sie erst kennenlernen.
Mein erster Weg um herauszufinden mit wem ich es "zu tun habe",
führte, wie sollte es anders sein, zu Google. Schnell stieß ich dort
auf Foren zum Thema Münzen und auf Seiten mit Münzauktionen.
Auf diesen Internetseiten sind im Idealfall die Münzen nach Kaisern
sortiert. Nach Stunden des Hin- und Herklickens und Vergleichens
dann ein erster Erfolg - ein Hochgefühl.
Die unten abgebildete Münze stammt aus der Zeit von 79 bis 81 n.Chr.
und wurde unter Titus geprägt. Sie entstand in Gedenken an Germanicus,
einen römischen Feldherrn, der zwischen 14 und 16 n.Chr. mit acht
Legionen an den Ort der Varusschlacht zurückkehrte.
Die Vorderseite der Münze zeigt Germanicus nach links schauend mit
der Inschrift "GERMANICVS CAES TI AVG F DIVI AVG N".
Auf der Rückseite steht in großen Buchstaben "S C", umrandet von
"IMP T CAES DIVI VESP F AVG REST".
Da Titus die Münze ca. 65 Jahre nach dem Tod des Germanicus prägen
ließ, kann man erahnen, welches Ansehen bzw. Verehrung Germanicus
noch lange nach seinem Tod genoss.
Die nächste Münze wurde unter Nero geprägt. Es handelt sich um ein
As, welches im Jahr 65 n.Chr. geprägt wurde. Diese Münze besitzt eine
ganz besondere Geschichte. Die Vorderseite der Münze zeigt Nero, auf
der Rückseite ist der Janustempel mit geschlossenen Türen abgebildet.
Die Tore des Janustempels blieben geöffnet, so lange sich Rom im Krieg
befand und wurden geschlossen, wenn an allen Grenzen des Reiches
Friede herrschte. Voraussetzung für die Schließung war, dass der
vorhergehende Krieg (zumindest vorgeblich) mit einem römischen
Sieg geendet hatte, da die Römer einen diktierten Frieden nach ihrem
Herrschaftsverständnis nicht akzeptieren konnten.
Eine bezeichnende Ausnahme stellt der verlorene Armenienfeldzug
Kaiser Neros dar: Obwohl die römische Streitmacht den Parthern
unterlegen war, wurde dem Volk ein glanzvoller Sieg vorgegaukelt
und der Schrein daraufhin geschlossen. Den geschlossenen Torbau
ließ Nero auch auf Münzen abbilden.
Kopf Nero nach rechts blickend. Das Gesicht ist nicht mehr so gut zu
erkennen, dafür der dicke Hals, an welchem Nero sehr leicht zu
identifizieren ist.
Neros Kopf ist umrandet von dem Schriftzug "NERO CAESAR AVG GERM IMP".
Auf der Rückseite der Janustempel. Die geschlossene Tür ist in der
rechten Hälfte noch gut zu erkennen. Der Janustempel ist umrandet
von "PACE PR VBIQ PARTA IANUM CLUSIT SC". Diese Münze ist ein
gelungenes Beispiel für Propaganda unter Kaiser Nero.
Die folgende Münze ist ebenfalls ein As und zeigt Kaiser Augustus und
wurde unter Tiberius, also kurz nach Augustus Tod, geprägt. Augustus
Nachfolger Tiberius und danach Claudius ließen beide noch Münzen des
verstorbenen Augustus prägen, der als weise und vorausschauend galt.
Die Vorderseite zeigt Augustus nach links blickend, umrandet von
"DIVUS AVGVSTVS PATER".
Die Rückseite zeigt Livia Drusilla, die 3. Gattin des Augustus. Sie sitzt
thronend mit Blick nach rechts. Nach Augustus Tod wurde sie Iulia
Augusta genannt und trug als erste Römerin den kaiserlichen Titel
Augusta. Von ihrem Enkel, Kaiser Claudius, nach ihrem Tod zur
Göttin erhöht, wurde sie ab 42 n. Chr. Diva Augusta genannt.
Als ich nach langem Suchen und Vergleichen diese Münze identifiziert
hatte, bekam ich eine leichte Gänsehaut. Wann hat man schonmal eine
Münze von einer leibhaftigen Göttin in der Hand...?
Die letzte Münze stammt von Kaiser Hadrian. Es handelt sich vermutlich
um ein As oder einen Dupondius. Hadrian hat, finde ich, sehr schöne
und klare Münzen prägen lassen. Die Gesichter sind immer klar zu
erkennen. Auf gut erhaltenen Exemplaren erkennt man erst die wahre
Kunst dieser Zeit und sieht, dass einige Münzen von damals unseren
heutigen Euromünzen optisch in nichts nachstehen.
Vorderseite: Kaiser Hadrian mit Blick nach rechts. Die Schrift ist leider
nicht mehr zu rekonstruieren.
Rückseite: Wahrscheinlich Fortuna oder Felicitas.
Auf drei der hier gezeigten Münzen sind die Buchstaben SC zu sehen.
Sie erschienen seit 27 v. Chr. über drei Jahrhunderte lang auf
römischen Münzen aus unedlem Metall, immer in der gleichen
Form der Abkürzung, unabhängig von den Umschriften, meist
relativ groß und gelegentlich sogar ganz ohne jede weitere
Beschriftung. Im Sinn von Senatus Consultum ("Senatsbeschluss")
weisen sie auf das Prägerecht hin, das für unedles Metall formell
beim Senat lag.
Zum Abschluss kann ich sagen, dass es eine tolles Erlebnis ist,
wenn man nach stundenlanger, oft auch tagelanger Recherche
eine dieser Münzen identifiziert hat. Hält man doch ein Stück
wahre Geschichte in der Hand...
Marcus Iunius Brutus: 85-42 v.Chr. Römischer Politiker und Caesarmörder
Ein Tag im LWL-Römermuseum Haltern Teil II
von Siano am 08.08.2012 16:24Die Hälfte des Rundgangs liegt hinter uns....
Verschiedene Töpferwaren
Diverse Henkelformen, etc.
Dieser Töpferofen stammt aus dem Töpfereibezirk (heute der
Museumsparkplatz). Der Ofen wurde mit Stahl ummantelt, im
Block geborgen und in die Ausstellung gebracht. Ursprünglich
stand er bis zur Lochtenne im Boden.
Töpferofen: Beim Bau des Museumsparkplatzes wurden zehn
Töpferöfen entdeckt. Erhalten waren nur die Bereiche, die in
dem Boden eingetieft waren. Drei Öfen besaßen eine runde,
sieben eine rechteckige Brennkammer. Beheitzt wurde jeder
über einen Befeuerungskanal von einer Arbeitsgrube aus.
Ein Kochtopf als Urne...
Diese Scherben wurden im Töpfereibezirk gefunden.
dito.
Henkel in anderer Form... ein Schelm wer Böses dabei denkt....
Detail....
Modell der "Töpfereistraße" von Haltern als Rekonstruktionsversuch.
Holz muß her...
Tonware in die Öfen und zu gemauert....
Die gebrannte Ware wird eingeladen...
Gestiftet wurde das Modell vom Verein der Freunde und Förderer
des Westfälischen Römermuseum Haltern.
Maßstab 1 : 33
arw - Modellbau
Grabstein des Marcus Caelius, gefunden in der Nähe von Xanten.
Er selbst war dort nicht begraben, er starb auf dem Schlachtfeld
mit seiner 18. Legion, in der er Centurio war.
Die Inschrift lautet übersetzt:
Dem Marcus Caelius, Sohn des Titus, aus dem Stimmbezirk Lemonia,
geboren in Bolona, Centurio ersten Ranges der 18. Legion. Im Alter
von 53 1/2 Jahren fiel er im Krieg des Varus. Die Gebeine dürfen hier
beigesetzt werden.
Der Bruder Publius Caelius, Sohn des Titus, aus dem Stimmbezirk
Lemonia, hat den Grabstein errichten lassen.
Fundort: Birten bei Xanten
Kopie, Original im LVR - Landesmuseum in Bonn
Im Schmucke seiner Auszeichnungen: Phalerae und Torques
24 Leichen und ein Hundekadaver - verscharrt in einem Massengrab.
Wahrscheinlich wurden die Germanen bei Gefechten vor dem
Hauptlager von Haltern im Herbst 9 n. Chr. oder später getötet.
Die Leichen warfen die Römer in die offene Arbeitsgrube eines
Töpferofens vor dem Lager, schütteten sie mit Erde zu und planierten
den Bereich.
Anhand des Zahnbildes dürfte der Verstorbene nicht "alt" gewesen sein.
Sehr gut erhaltene Münzen
Der Jahreslohn eines Legionärs... eine Goldmünze fehlt noch...
Doppelte Öllampe....
Diverse Formen und Motive
Öllampe in Form eines Adlers. Der Kopf des Adler kann abgenommen
werden, zweck Füllunge der Lampe. Ein schönes Stück.
Diverse Fibeln, siehe Beschriftung ....
Fortsetzung folgt....
Ein sehr schönes Museum und ein Muss für den Fan römischer Artefakte.
Kinderfreundlich und der Eintrittspreis: 4 € pro Erwachsener, die uns
eine freundliche Mitarbeiterin des Museum "abknöpfte".
Ein mehr wie fairer Preis...
Wir kommen wieder.....
Siano und Oktavian / Ralf und Gerd
Ein Tag im LWL-Römermuseum Haltern Teil I
von Siano am 08.08.2012 16:02Ich hatte mir schon länger vorgenommen, dass römische Museum in
Haltern zu besuchen. Die vielen Pressemitteilungen machten einfach
neugierig die Anlagen und das Museum zu sehen. Gesagt und getan...
nachstehend die "Ausbeute" des Besuches vom 31. Juli 2012.
Modell des Halterner Hauptlagers
Eine Ala kehrt zurück....
und die Legion marschiert in den Einsatz.
Modell und Rekonstruktionsvorschlag für eine Kaserne in der
Nordostecke des Halterner Hauptlagers: Der Centurio gibt
Anweisungen.
Legionäre beim Dachdecken.
Blick in die Aufteilung der Innenräume der Kaserne.
Die Bedachung nimmt "Formen" an.
Legionärshelme aus Bronze
Dito
Mit Wangenschutz (bucculae) und Stirnverstärkung
Der ausladende Nackenschirm schütz den Träger...
Stark "angefressen", aber jeder Sammler würde sich darüber freuen
diesen Helm zu besitzen.
Furca mit sarcina. An einer solchen Stange, ca. 160cm lang und mit
einer Querstange von ca. 60 cm versehen, die Furca, trug der Legionär
seine sarcina, sein Gepäckbündel. Befestigt wurden: Die Kasserolle
(patera), der Eimer(situla), der Proviantbeutel(reticulum) sowie die
Feldflasche (ampulla). Ferner ein Mantelsack (mantica) und eine
Ledertasche (pera)30 X 43 cm zur Aufbewahrung der persönlichen
Besitztümer des Legionärs wie z.B. eine Öllampe ( lucerna ), ein
Löffel aus Bronze (ligula), ein kleines Messer (cultellus), ein kleinen
Hammer (malleus), ein Holzkamm (pecten), Riemen und Schnüre,
Tücher etc.
Das Museum hatte vier dieser kompletten Gabeln ( furcis) aufgestellt
und jeder Besucher konnte sich die Ausrüstungsgegenstände selbst
über die Schulter hängen/legen. Eine gute Idee des Museums. So
konnte man sich selbst von dem überzeugen, was der Soldat Roms
u. a. zu tragen hatte. Marcus Junkelmann beschreibt in seinem Werk,
die Legionen des Augustus, sehr genau die Trageweise der " Gabel."
Detailfoto der ampulla.
Legionärstasche: Die Pera war eine ca. 30 cm X 40 cm große
Ledertasche, die auch im Oberbereich bis auf eine kleine Öffnung
in der Taschenmitte als Eingriff für die Hand, zugenäht wurde. Die
Tasche wurde aus stabilem Leder gefertigt. Tasche wurde auch
Loculus genannt.
Die Unterkunft des Ligionärs war das Giebelzelt mit einer Grundfläsche
von 3 X 3 Metern. Das Zelt war in der Regel aus Leder (Obiges Zelt
wurde aus ca.70 Ziegenhäuten gefertigt) und konnte ein contubernium
von 8 Soldaten aufnehmen.
Originalzelt von Dr. Marcus Junkelmann.
Übungsschwert: Sika
Detail
Pugio
Urnengrab: Grab 1 von 1992 hatte keinen Grabbau. Es ist die
Fundsituation ausgestellt: Die Urne - ein einfacher Kochtopf -
und ein kleiner Krug als Beigabe wurden im Block geborgen.
Vom umgebenden Boden wurde ein Lackabzug genommen.
Gefundene und restaurierte Tonwaren....
Detailaufnahme.
Glasfragmente: Wenn mir einer gesagt hätte, diese Stücke sind
Teile einer neuzeitlichen Vase oder Schale gewesen, ich würde
es geglaubt haben. Wunderbare Farben und Muster....
Die römische Welt war "bunt"......
Alle Bilder wurden in der Ausstellung dieses schönen Museums
gemacht.
Fotos: Siano
Ende Teil 1